Liebe Freundinnen und Freunde der Kammermusik,

© Giorgia Bertazzi

„Die Kunst? Was ich ohne sie wäre? Ich weiß es nicht. Doch mir graut …“

So beginnt ein Zitat Ludwig van Beethovens, der in diesem Jahr weltweit in Konzerten gefeiert werden sollte. Doch dann kam alles anders. Die Kultur wurde ausgeknipst – erstmals in der Geschichte! Der Rückweg ist schwierig, auch anders, doch so unglaublich wichtig.

Unsere Sommerlichen Musiktage waren immer ein Ort der mutigen Erfindung, neue Pfade wurden hier erstmals entdeckt, Experimente waren stets erwünscht und gewürdigt.

Aufgeben kam nie infrage, schon gar nicht zum 75.! Und so kämpften wir uns tapfer durchs Ungewisse – ein riesengroßer Dank für alle Unterstützung geht an den Vorstand, die Berater und an das Team, denn nur gemeinsam kann man so eine Strecke durchhalten – mit Vision und der Hoffnung, dass wir am Ende belohnt werden.

Schweren Herzens mussten wir uns von großen Besetzungen wie der Camerata Bern oder dem Voktett Hannover verabschieden, auch Kim Kashkashian kann ihre Reise aus den USA nicht antreten. Sie alle freuen sich auf Hitzacker 2022! Auch auf den Festivalchor, Markenzeichen des jährlichen gemeinsamen Musizierens, müssen wir dieses Jahr leider verzichten.

Aber die Aussicht auf gemeinsames Erleben von Musik, auf die Kraft der Kommunikation mit allen musischen Sinnen, hat einige Wunder ermöglicht: Sie heißen Clara Andrada de la Calle, Isabelle Faust, Sharon Kam, Patricia Kopatchinskaja, Elisabeth Kufferath, Tamara Stefanovich, Sarah Maria Sun, Ania Vegry oder Nicholas Rimmer, die meiner Einladung zusätzlich folgen. Gemeinsam mit den bereits geplanten Künstlerinnen und Künstlern entstand binnen weniger Wochen ein aufregendes und dichtes Programm, wie es nur bei den Sommerlichen Musiktagen möglich ist. Ich bin dankbar und glücklich, dass sich alle bereit erklärt haben, mitunter zweimal zu spielen, ohne zusätzliche Gage.

Die neue Einrichtung im Saal bringt „Nähe mit Abstand“, die Musik steht im Zentrum des Geschehens und unserer Herzen. Wieder wird unsere Woche zum wegweisenden Neustart für Festivals!

Ich wünsche Ihnen große und kleine Überraschungen, Entdeckungen von Unbekanntem, Wiederbegegnungen mit Bekanntem – und vor allem bewegende Momente beim gemeinsamen Hören und Erleben von Musik. Ich freue mich auf Sie!

Ihr Oliver Wille, Intendant